
Informationen des Usher-Arbeitskreises
der Pro Retina Deutschland e.V.
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Neu: Die vorliegende ältere Webseite (1997-2009)
wird inzwischen von der von Christina Raatz neu
eingerichteten Homepage des AK Usher fortgesetzt.
Diese ist: www.ushersyndrom.eu
Inhalt:
1. Usher-Syndrom:
Medizinische Aspekte und Spezialambulanz
2. Usher-Arbeitskreis
der Pro Retina
4. Publikationen /
Literaturliste
5. Textbibliothek zum Usher-Syndrom
6. Links zu anderen Usher-Webseiten
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Das Usher-Syndrom
ist eine erblich bedingte Kombination von langsam fortschreitender
Netzhautdegeneration - Retinopathia pigmentosa (RP) - und bereits früh einsetzender
Innenohrschwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit von Geburt an. Es ist benannt nach
dem englischen Augenarzt Charles H. Usher, der 1914
die rezessive Vererbung des Syndroms beschrieb. Die erste
Erwähnung dieser Kopplung von Seh- und Hörbehinderung (Netzhautentartung
bei Taubstummen) erfolgte 1858 durch den Begründer der modernen Augenheilkunde,
Albrecht von Graefe (1828-1870); bereits 1861 wies
sein Schüler R. Liebreich auf die Vererbbarkeit dieser Krankheit hin. 1959
erschien die erste epidemiologische Studie durch Halgren
auf Grundlageschwedischer Bevölkerungsdaten.
Vom Usher-Syndrom
sind nach heutigen Schätzungen aus Skandinavien und den USA 3,0-4,4 von 100.000
Pers. der Gesamtbevölkerung betroffen. Dabei schwankt ihr Anteil zwischen 8,0
und 33,3 % der Zahl aller RPler und zwischen 0,6 und
28 % aller gehörlos Geborenen. Eine neuere Studie (Spandau
& Rohrschneider 2002) erhob in Gebieten hohen Erfassungsgrades (Raum
Heidelberg und Mannheim) eine maximale Häufigkeit von 6,2 auf 100.000 Pers. Für
das Gebiet der gesamten Bundesrepublik ergäbe sich daraus hochgerechnet eine
obere Schranke von ca. 5000 Usher-Betroffenen.
Heute weiß man von 40 syndromischen
Erkrankungen, die zu einer Kombination von Seh- und Hörschädigung führen. Die
häufigste mit etwa 50% aller Betroffenen ist das Usher-Syndrom.
Nach den klinischen Befunden wird das Usher-Syndrom in drei Typen eingeteilt:
Das deutlich seltenere vorkommen des Usher-Syndroms
im Vergleich zur reinen Netzhauterkrankung RP erklärt sich unter anderem aus
dem ausschließlich rezessiven Erbgang: Nur wenn beide Eltern das gleiche Usher-Gen (der selben Untergruppe) in sich tragen, kommt es
mit 25 %iger Wahrscheinlichkeit dazu, dass ein Kind
am Usher-Syndrom erkrankt. Keines der Elternteile
muss dabei selbst von der Seh- und Hörschädigung betroffen sein.
Durch die heutige Molekularbiologie konnten für das Usher-Syndrom
inzwischen 12 Gene bzw. Genorte festgestellt werden,
deren Defekte für die Entstehung der Netzhautdegeneration und der
Innenohrschwerhörigkeit verantwortlich sind. Der Verlauf der Krankheit wird
aber auch von psychischen Faktoren, Umwelteinflüssen und zuletzt von den sogenannten "Hintergrundgenen"
(die die Funktion der Usher-Genemodifizieren)
bestimmt.
Eine ausführliche Darstellung bietet die Broschüre "Das
Usher-Syndrom" von Dr.
Chr. Otterstedde und Dr. U. Spandau,
die 1999 im Usher-Forschungsprojekt der Universität
Heidelberg entstand. Hinzuweisen ist auch auf das permanent aktualisierte
Stichwort Usher-Syndrom von Wikipedia,
der Freien Enzyklopädie.
Usher-Forschung wird seit Mitte der 1990er Jahre auch in Deutschland
vorangetrieben (in den Universitäten Hamburg, Heidelberg, Köln, Mainz und
Tübingen). Forschungen werden in weiteren europäischen Universitäten (Göteborg,
Madrid, Nijmegen und Paris) durchgeführt. In den USA arbeitet seit vielen
Jahren ein Usher-Zentrum am Boys Town Hospital in Omaha (W. Kimberling).
Zusammenfassende Forschungsberichte zum Usher-Syndrom finden sich in der hier vorliegenden Usher-Textbibliothek.
Neu: Berliner Usher-Spezialambulanz:
Seit Januar 2008 gibt es an der Berliner charité eine Usher-Spezialsprechstunde,
die von den Kliniken für augenheilkunde (Prof. Dr.
Klaus rüther) und für Audiologie
und Phoniatrie (Prof. Dr. Manfred Gross) getragen
wird. Diese Sprechstunde findet einmal im Monat in der Augenklinik am Standort
des Berliner virchow-Klinikums statt. Ausführliche
Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung
finden sich hier.
2. Usher-Arbeitskreis
der Pro Retina Deutschland e.V.
Seit 1991 arbeitet in der Pro Retina
Deutschland e.V. ein bundesweit aktiver Usher-Arbeitskreis,
der seit 2006 von Andreas chlosta
geleitet wird. Die Ansprechpartnerin des AK Usher-Syndrom
ist Frau Rosemarie Große-Wilde
aus Fürth.
Für Usher-Fragen
ist auch die Geschäftsstelle Aachen der Pro Retina
ansprechbar.
Der Usher-Arbeitskreis
der Pro Retina Deutschland e.V. veranstaltet jährlich im Frühjahr ein Usher-Seminar mit ca. 55
Teilnehmern.
Das diesjährige Seminar (vom 16.-20. April 2008) fand in Bad Meinberg statt.
Regelmäßige Usher-Gesprächskreise
gibt es in den Regionalgruppen Berlin-Brandenburg, Hagen und Stuttgart.
. Hier finden sich die Veranstaltungstermine für Berlin-Brandenburg.
Seminar für Usher-1-Betroffene der Deutschen
Kulturgemeinschaft der sehbehinderten Gehörlosenund
Taubblinden (DKT) e.V. vom 29.09. – 02.10.2007 in Erfurt. Nähere
Informationen finden sich hier: www.kulturverein-taubblinden.de
Am 28. Oktober 2006 wurde von der RG
Berlin-Brandenburg der erste Usher-Thementag
veranstaltet. Der Veranstaltungsbericht ist hier nachzulesen.
Seit 1985 trifft sich im Zweijahresrhythmus
die von Mary Guest von
der Londoner SENSE Organisation ins Leben gerufene Usher
Syndrome Study Group (USSG, früher die Europäische
EUSSG) für Mediziner und professionelle Usher-Betreuer.
Seit 1997 ist die Pro Retina Deutschland e.V. Mitglied der USSG.
Literaturliste der Pro
Retina Deutschland e.V. zum Usher-Syndrom und
angrenzenden Problemen: Eine aktualisierte Liste in Windows Excel kann
angefordert werden bei: Frau Kirsten Rappmund (AK Usher).
5. Textbibliothek zum Usher-Syndrom
Eine Zusammenfassung aller Volltexte zum Usher-Syndrom auf dieser Homepage (Forschungsberichte,
Erfahrungsberichte, Hinweise zu Rehabilitation und Mobilität) befindet sich
hier in der Usher-Textbibliothek.
6. Links zu anderen Usher-Webseiten (Auswahl)
Deutsche Kulturgemeinschaft der
sehbehinderten Gehörlosen und Taubblinden (DKT) e.V.
Forschung
contra Blindheit - Initiative Usher-Syndrom (FcB)
Informationen
für, von und über Taubblinde und Hörsehbehinderte
Foundation Fighting Blindness (USA)
Schweizerische Usher-Infostelle
des SZB und des SGB
Was ist
das Usher-Syndrom?
Anfragen und Hinweise an: Dr. Hans-Jürgen Krug
(AK Usher).
Zuletzt aktualisiert am 15.04.2009.
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